Risiken nachhaltig reduzieren
Die Zusammenarbeit mit Linde (China) sei sehr gut, betont Green. Er lerne viel auf seinen Reisen: „Man sieht die Welt mit anderen Augen.“ Diplomatie sei die wichtigste Fähigkeit, um die Menschen von seinen Anliegen zu überzeugen, glaubt er. „Man muss dazu verstehen, wie die Leute in jedem Land ticken.“ In China fällt ihm auf, dass die Menschen Vorschläge schnell annehmen und umsetzen – und dabei auch eigene kleine Ideen entwickeln. Umgekehrt lernt auch Lin Yixin vieles von Paul Green, wie er sagt — vor allem zu Maschinensicherheit, Chemikalien und Risiko-Abschätzung. „Und wenn wir ein Problem entdecken, hilft er uns, einen Lösungsweg zu finden.“
Der Blick auf die Sicherheit sei privat schwer abzustellen, lacht Green. „In drei von vier Fällen sage ich etwas, wenn ich riskantes Verhalten erlebe.“ Das Schlimmste für ihn ist das Smartphone am Steuer. „Die Menschen müssen Risiken erkennen lernen, damit sie die richtigen Vorkehrungen treffen. Es bringt nichts, sie in Watte zu packen“, lautet sein Credo. Bei der Arbeit motiviert es Green zu erleben, wie Standorte über die Jahre eine eigene Sicherheitskultur entwickeln – so wie Linde in Xiamen.
Dort gibt es nicht viel zu beanstanden: Ein angestoßener Regalfuß, ein leicht abgenutztes Band zum Umdrehen schwerer Motorenteile. Lin und Yu kümmern sich sofort darum. Das gefällt Green – wie auch sonst der Zustand der Fabrik. Er zeigt auf eine in den Boden eingelassene Hebebühne. „Alle Stellen mit Stolpergefahr hier sind abgesichert und bunt markiert. Das ist das absolute i-Tüpfelchen“, sagt er begeistert.