Aber auch in China werden Arbeitskräfte knapp und teurer, so dass immer mehr Firmen auf Automatisierung ihrer Lager- und Versandlogistik setzen. Die Dematic Kunden stammen vor allem aus den Sektoren Bekleidung, Nahrungs- und Genussmittel, Pharma und dem in China rasant wachsenden Online-Handel. Einer der größten Kunden ist die Bekleidungskette Hailan Hong mit mehr als 5.000 Läden, die allein in einem einzigen Lagerhaus Dematic Förderbänder mit mehr als 20 Kilometern Länge betreibt.
Die China-Zentrale von Dematic sitzt in Shanghai. Im nahe gelegenen Suzhou produziert das Unternehmen Hardware für Regalbediengeräte und Förderbänder. Gefragt sind vor allem automatische Hochregallager mit bis zu 40 Metern Höhe, schnelle Förder- und Sortiersysteme sowie komplexe Komplettlösungen. Nur wenige haben damit so viel Erfahrung wie Dematic. Zudem wächst das Interesse an der so genannten Ware-zu-Person-Kommissionierung, bei der Behälter in hohem Tempo zu einer Sortierstation gebracht werden, an der Mitarbeiter die Ware herausnehmen und für spezifische Kundenbestellungen zusammenstellen.
Jede Branche hat besondere Anforderungen an die Intralogistik. „Unsere Fehlertoleranz ist gleich Null. Denn jedes Mal, wenn wir Arzneien an die falsche Person ausliefern, ist das ein womöglich tödliches Risiko", sagt Zhu Fan. Und weil die Ware wertvoll sei, könne sich Le Ren Tang außerdem keine Ausfallzeiten erlauben. „Das System muss also sehr zuverlässig sein." Zhu lobt zudem den Dematic Wartungsdienst. Serviceingenieure seien stets ansprechbar und kommen zweimal im Jahr für eine Generalwartung vorbei.
Dematic ist in China klar auf Wachstumskurs, das Ziel heißt Marktführerschaft. Wichtig dafür: die Produkte stärker den örtlichen Bedürfnissen anzupassen – nicht nur, um sie günstiger anbieten zu können. Denn, so weiß man bei Dematic, die anspruchsvollen chinesische Kunden erwarten, dass etwa die Software und das Engineering lokalisiert sind, auch wegen der Sprache.